Nord-West-Media TV: News
Dienstag, 21.11.2017

Wir suchen Verstärkung für unser Team! Bewerben Sie sich jetzt bei Nord-West-Media als Videojournalist! Quereinsteiger willkommen -> mail@nwm-tv.de / (05431) 92 72 87 00


Massenkarambolage im dichten Nebel auf der A31 - 3 Tote - 35 zum Teil schwer Verletzte - 52 Autos beteiligt - Großaufgebot von Rettungskräften aus mehreren Landkreisen

18.11.2011 | 20:00 Uhr | ID: 1955

Ort: NRW / A31 bei Heek / LK Borken

Massenkarambolage im dichten Nebel auf der A31 - 3 Tote - 35 zum Teil schwer Verletzte - 52 Autos beteiligt - Großaufgebot von Rettungskräften aus mehreren Landkreisen

Meldung der Polizei vom 18.11.2011: Massenunfall auf der BAB A31 mit Toten und Schwerverletzten
Nach ersten Erkenntnissen kam am Freitagabend (18. November 2011) etwa gegen 19:15 Uhr auf der BAB A 31 zwischen den Anschlussstellen Heek und Gronau-Ochtrup in Fahrtrichtung Emden zu einem Unfall, in dem überschlägig mehr als dreißig Fahrzeuge verwickeln sind. Nach derzeitigem Stand wurden drei Personen tödlich und etwa 20 bis 30 mit unterschiedlichen Schweregraden verletzt; einige Personen waren in ihren Fahrzeugen eingeklemmt, sind aber zwischenzeitlich gerettet. Im Bereich der Unfallstelle herrscht Nebel. Zur Zeit liegt die Sichtweite bei etwa 100 bis 150 m. Einen genaueren Überblick über die Unfallsituation, der eingesetzten Kräfte und möglichen Geschehensabläufen kann zur Stunde nicht angeliefert werden. Für die Rettungs- und Polizeikräfte wurde eine bezirksweite Alarmierung ausgelöst . Unterstützungskräfte sind zum Teil noch in der Anfahrt. Die BAB A 31 ist zwischen den Anschlussstellen Heek und Gronau-Ochtrup in beiden Fahrtrichtungen für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Fahrbahn in Richtung Bottrop wird für die Rettungsarbeiten benötigt, so dass die Sperrungen sicherlich mehrere Stunden andauern werden. Pressesprecher Polizeihauptkommissar Jan Schabacker vom Polizeipräsidium Münster ist auf der Anfahrt zur Unfallstelle.Bei dem Unfall auf der BAB A 31 in Fahrtrichtung Emden zwischen den Anschlussstellen Heek und Gronau-Ochtrup kamen nach derzeitigem Stand drei Menschen ums Leben. Bisher wurden 14 Schwerverletzte in umliegende Krankenhäuser gebracht. Von den insgesamt 35 Verletzten wurden 21 leicht verletzt. An dem Unfall waren 52 Fahrzeuge beteiligt. Die BAB 31 bleibt voraussichtlich bis in die Mittagsstunden in Fahrtrichtung Emden und Bottrop voll gesperrt.

Meldung der Polizei vom 18.11.2011: Ermittlungen dauern an
Am Freitag (18.11.11) gegen 19:15 Uhr kam es zu einem Massenunfall auf der BAB A 31 in Fahrtrichtung Emden zwischen den Anschlussstellen Heek und Gronau-Ochtrup. Bei dichtem Nebel fuhren 52 Fahrzeuge aus bisher ungeklärter Ursache ineinander. An der Unfallstelle starb eine 44-jährige Frau aus Köln, ein 28-jähriger Mann aus Nordhorn und ein 50-jähriger Mann aus dem Kreis Borken. Schwer verletzt wurden 14 Personen und 21 Personen trugen leichte Verletzungen davon. Unter den Verletzten befanden sich nach derzeitigem Stand zwei Niederländische Staatsbürger.
Um den genauen Unfallhergang recherchieren zu können, trägt die Polizei alle belastbaren Informationen zusammen. Dazu vernimmt sie Zeugen, sichert Spuren, ordnet diese zu und wertet diese aus. Aufgrund der vielen beteiligten Fahrzeuge und des Unfallausmaßes wird die beweissichere Unfallaufnahme und anschließende Räumung der Unfallstelle bis in die Nachmittagsstunden dauern. Für die Dauer bleibt die BAB A 31 weiterhin in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Für Betroffene hat der Kreis Borken eine Personenauskunftsstelle eingerichtet, Telefon 02861/ 822162.

Meldung der Polizei vom 19.11.2011: Kettenreaktion mit schweren Folgen
Bei der Massenkarambolage am Freitagabend auf der BAB A 31 Fahrtrichtung Emden könnte nach derzeitigem Erkenntnisstand der Zusammenstoß zweier Pkws eine Kettenreaktion in Gang gesetzt haben. Die beiden Fahrzeuge befanden sich bei Eintreffen der Einsatzkräfte einige Meter vor den nachfolgenden 50 beteiligten Fahrzeugen. Sie kamen versetzt zum Stillstand. Der nachfolgende Fahrzeugverkehr reagierte auf den Unfall, indem die Fahrzeugführer bremsten oder versuchten, der Unfallstelle auszuweichen.  Die Fahrerinnen und Fahrer kamen auf der gesamten Breite der Fahrbahn zum Stehen. Nachfolgende Fahrzeuge fuhren in die stehenden Fahrzeuge hinein. Der Nebel erschwerte das Einschätzen der Situation. Zwei Männer und eine Frau kamen bei dem Verkehrsunfall ums Leben. Wer sich zur Unfallzeit wo befunden hat, müssen die weiteren Ermittlungen beweissicher klären.
Gutachter und Experten des Landeskriminalamtes NRW arbeiteten mit an der beweissicheren Unfallaufnahmen. Aus einem Hubschrauber heraus wurden Fotos von der Unfallstelle gefertigt.  Bei den 14 schwerverletzten Personen besteht nach derzeitigem Erkenntnisstand bei Keinem Lebensgefahr. Unter den Leichtverletzten befand sich ein vierjähriges Kind. Ein weiteres leicht verletztes Kind war ein halbes Jahr alt.  Die verunfallten Fahrzeuge schleppte ein Abschleppunternehmen auf ein nahe gelegenes Firmengelände. Aus dem gesamten Regierungsbezirk Münster waren Polizei und Rettungskräfte im Einsatz.
An der Unfallstelle befanden sich bis zu vierzig Polizisten. Opferschutzbeauftragte der Polizei Münster waren vor Ort und kümmerten sich um Unfallbeteiligte und Angehörige. Die Opferschutzbeauftragte Christiane Gruber steht den Betroffenen auch weiterhin als Ansprechpartnerin unter Telefon 0170-216 81 58  zur Verfügung. Voraussichtlich bleibt die Autobahn noch bis um 20:00 Uhr voll gesperrt.

Meldung der Polizei vom 23.11.2011:Meldung Nr 6 - aktueller Erkenntnisstand Gemeinsame Presseinformation des Polizeipräsidiums und der Staatsanwaltschaft Münster Bisheriger Stand zur Massenkarambolage  auf der BAB A 31 am 18. November 2011 Meldung Nr 6
Für die Direktion Verkehr des Polizeipräsidiums ergibt sich auf der Grundlage der bisherigen Erkenntnisse vorbehaltlich eines noch ausstehendes Gutachtens  folgender Unfallhergang:

Zur Unfallzeit befuhr eine 34 jährige Frau mit ihrem Ehemann und zwei Kindern die BAB A 31 in Fahrtrichtung Emden. Aufgrund einer ansatzlos auftretenden Sichtbehinderung durch Nebel fuhr sie zwischen den Anschlussstellen Heek und Gronau-Ochtrup auf das Fahrzeug eines 40 jährigen Niederländers auf. Im Zusammenhang mit diesem Ereignis kamen beide Fahrzeuge zum Stillstand, was zunächst vom nachfolgenden Verkehr wahrgenommen wurde. Daraufhin kamen nach dem derzeitigen Erkenntnisstand 4 Fahrzeuge  vor dieser Unfallstelle zum Stillstand. Die Insassen dieser Gruppe verließen teilweise ihre Fahrzeuge in der Absicht, Erste Hilfe zu leisten.Nachfolgend kam es zunächst zu einer Kollision von zirka 20 weiteren Fahrzeugen, die aufgrund des registrierten Hindernisses entsprechend reagierten, jedoch aufgrund der Rahmenbedingungen die jeweiligen Kollisionen und die daraus resultieren Kettenreaktion nicht verhindern konnten. Die betroffenen Fahrzeuginsassen versuchten danach unmittelbar, ebenfalls ihre Fahrzeuge zu verlassen, um anderen Beteiligten Hilfe zu leisten oder aus der Gefahrenzone zu gelangen. Im weiteren Verlauf kam es zu einer weiteren Kollision von zirka 25 Fahrzeugen, welche aufgrund der Sichtverhältnisse auf die bereits stehenden Fahrzeuge auffuhren. In diesem Zusammenhang wurden eine 44-Jährige Frau aus Köln und ein 50-Jähriger Mann aus dem Kreis Borken, die ihre Fahrzeuge verlassen hatten, erfasst und erlitten tödliche Verletzungen.
Eine dritte Person, ein 28-Jähriger Mann aus Nordhorn, wurde im Rahmen dieser weiteren Kettenreaktion mit seinem Fahrzeug über die Leitplanke geschleudert und erlitt dabei ebenfalls tödliche Verletzungen.
Insgesamt waren an dem Verkehrsunfall 51 Fahrzeuge mit insgesamt 104 betroffenen Personen beteiligt.
Die Unfallstelle wurde unter Beteiligung des Landeskriminalamtes NRW und der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle des  Polizeipräsidiums Münster sowie der Kriminalwache Ahaus spurentechnisch aufgenommen. Die bisherige, noch nicht vollständig abgeschlossene Auswertung der Spuren bestätigt den festgestellten Unfallverlauf.
Zeitnah wurden Betroffene in Kooperation mit den eingesetzten Notfallseelsorgern betreut und Angehörige benachrichtigt.
„Die polizeilichen Maßnahmen an der Unfallstelle wurden durch die Direktion Verkehr des Polizeipräsidiums Münster koordiniert,“ beschreibt Leitender Polizeidirektor Udo Weiss die Verantwortlichkeiten im Polizeipräsidium.“ Hierfür wurde eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) eingerichtet, die es ermöglichte,  die Einsatzkräfte  gezielt und strukturiert den jeweiligen Aufgaben zuzuordnen.“ Unter anderem wurden von Beginn an drei Ermittlungsteams des Verkehrskommissariates eingesetzt. Durch diese Maßnahmen war es möglich, bereits zwei bis drei Stunden nach dem Unfallereignis eine Mindestzahl von 84 beteiligten Personen und 51 beteiligten Fahrzeugen zu nennen. Nach sechs Stunden stand für die Ermittler fest, dass insgesamt 104 Personen an dem Unfall beteiligt waren.
Mit allen Beteiligten wurde Verbindung aufgenommen und die Unfallsachbearbeitung strukturiert angegangen. Die Identität der Toten und die Todesursache standen frühzeitig fest. Des weiteren konnten Zeugen ermittelt werden, durch deren Aussage der Unfallhergang im Abgleich mit der festgestellten Spurenlage nachvollziehbar wurde. Somit ergab sich ein konkretes Bild, welches sich im Erstellen einer digitalen Skizze konkretisierte. Zwar sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen, doch die Vorstellung des Unfallgeschehens wie oben dargestellt ergab sich für die Ermittler des Verkehrskommissariates Münster bereits am Samstag. Daran hat sich bisher nichts geändert.
„Bei einem Verkehrsunfall mit Toten und Verletzten wird stets ein Ermittlungsverfahren eingeleitet,“ sagt Oberstaatanwalt Heribert Beck von der Staatsanwaltschaft Münster. „Wir müssen ermitteln, ob und in welchem Umfang wir Beteiligten strafrechtliches Fehlverhalten vorwerfen können. Erst wenn diese Ermittlungen im Detail der Staatsanwaltschaft vorliegen, kann sie über die weiteren Schritte im Strafverfahren entscheiden.“



| |