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Schwurgericht verhandelt Tod einer 22-Jährigen – Mord zur Wiederherstellung der Familienehre?

14.11.2012 | 10:00 Uhr | ID: 3920

Ort: NDS / Osnabrück

Landgericht Osnabrück

Schwurgericht verhandelt Tod einer 22-Jährigen – Mord zur Wiederherstellung der Familienehre?

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Osnabrück verhandelt am Mittwoch, den 14. November 2012, ab 09:00 Uhr in einer Strafsache gegen einen jetzt 29-jährigen Angeklagten und seinen jetzt 70-jährigen mitangeklagten Schwiegervater aus Dörpen wegen des Vorwurfs des Mordes. Ihnen droht im Falle der Verurteilung eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Das Opfer und die Angeklagten stammen aus Sunnitenfamilien, die eine streng traditionell patriarchalisch-islamische Familienstruktur aufweisen sollen. Die 22-jährige Tochter soll gegen den Willen ihres Vaters und ihres Ehemanns aus dieser Familienstruktur ausgebrochen und mit einem verheirateten Aleviten eine Beziehung eingegangen sein. Dadurch soll sie aus Sicht der Angeklagten die Ehre der Familie derart befleckt haben, dass nur durch ihre Tötung die Familienehre wieder hergestellt werden konnte. So sollen sich am 16. Mai 2012 der angeklagte Ehemann und der angeklagte Vater zum damaligen Aufenthaltsort des Opfers in Dörpen begeben haben, um die Familienehre wieder herzustellen. Dort soll der Ehemann seine Ehefrau nach Absprache mit seinem Schwiegervater mit den Händen erwürgt haben.
Zum ersten Verhandlungstermin sind drei Sachverständige und fünf Zeugen geladen. Der minderjährige Sohn und die Mutter der Toten treten als Nebenkläger auf.